Die Haut ist das größte Organ des menschlichen Körpers: Sie misst eine Fläche von 1,5 bis 2 Quadratmetern und macht etwa ein Sechstel des Körpergewichts aus. Besonders in der kalten Jahreszeit ist die Haut hohen Belastungen bedingt durch trockene Heizungsluft, eisiger Kälte und intensiver UV-Strahlung im Schnee ausgesetzt. Zu den typischen Symptomen zählen Austrocknung, Risse und Irritationen. Um Schäden vorzubeugen ist gewissenhafte Hautpflege im Winter notwendig.

Aufbau der Haut

Die Haut wird in verschiedene Schichten gegliedert: Die obere Schicht der Haut ist die Cutis, welche aus Epidermis (Oberhaut) und Dermis (Lederhaut) besteht. Die unterhalb der Cutis gelegene Hautschicht bezeichnet man als Subcutis(Unterhaut). Die Subcutis setzt sich aus lockerem Bindegewebe und Fettgewebe zusammen und enthält größere Blutgefäße, Nerven sowie Sinneszellen für starke Druckreize.

In der Haut sind sogenannte Hautanhangsorgane (Haare, Nägel, Schweiß-, Talg- und Milchdrüsen) und Thermo- und Berührungsrezeptoren versehen, welche als Schutz und zur Interaktion mit der Umwelt dienen.

Funktionen der Haut

Die Haut ist nicht nur ein Sinnesorgan, das zur Aufnahme von Sinnesreizen aus der Umwelt dient, sondern hat vielfältige Funktionen.

Zu den Funktionen gehören

  • Schutz vor Wärmeverlust (Temperaturregulation durch Hautdurchblutung, Schwitzen, Gänsehaut)
  • Schutz vor dem Eindringen von Krankheitserregern
  • Schutz vor UV-Strahlung
  • Versorgung der Hautzellen mit Nährstoffen und Sauerstoff

     

Im Winter herrscht Hochsaison für trockene Haut

Im Vergleich zum Sommer ist die menschliche Haut im Winter dünner und heller und der Eigenschutz der Haut ist nur bedingt vorhanden.

Denn kalte Temperaturen und trockene Luft haben leider zur Folge, dass die Barrierefunktion der Haut beeinträchtigt ist. Die Durchblutung und die Aktivität der Talgdrüsen in der Haut sind reduziert, Fett und Feuchtigkeit können nicht mehr ausreichend in der Haut gespeichert werden – die Haut neigt zur Austrocknung und Schuppenbildung und reagiert mit Spannungsgefühl und sogar unangenehmen Juckreiz.

Schon ab einer Temperatur von acht Grad Celcius erfolgt eine Stoffwechselumstellung der Haut: Dadurch dass zu wenig Hautfett aus den Talgdrüsen gebildet wird und das noch gebildete Talg hart und fest wird und sich aus diesem Grund nicht auf der Haut verteilen kann, enthält die gesamte Hautoberfläche zu wenig Fett, um als ein wirksames Schutzschild gegen eindringliche Reizfaktoren dienen zu können – die Leichtigkeit für schädliche Stoffe, welche in die Haut eindringen und Entzündungen und Allergien verursachen können, ist nun gegeben.

Besonders gefährdet sind hierbei die Hautbereiche, die nicht durch die Kleidung geschützt sind, wie zum Beispiel dem Gesicht, den Lippen und Händen. Darüber hinaus wird im Winter die Durchblutung von Händen, Füßen, Ohren und Nase sowie der gesamten Haut reduziert, damit der Organismus vor Auskühlung geschützt ist – folglich sind Erneuerungen der oberen Hautschicht verlangsamt und Reparaturmechanismen verzögert. Ein deutlich erhöhtes Maß an schützender Pflege ist nun von großer Notwendigkeit.

Neurodermitiker leiden besonders im Winter

Neurodermitis-Patienten, die ohnehin schon eine sehr empfindliche und trockene Haut haben, müssen im Winter ihrer gereizten Haut besonders viel Pflege zukommen lassen. Trockene Haut, welche zu schuppen und zu jucken beginnt, bildet Mikrorisse, die durch dicke Kleidung unangenehm auf der Haut scheuert und den Juckreiz noch mehr erhöht. Aus diesem Grund sollten folgende Tipps zur winterlichen Hautreinigung und Pflege beachtet werden:

Was die Haut im Winter braucht

  • Verwenden Sie beim Händewaschen oder Duschen Waschsubstanzen, die der Haut nicht unnötiges Fett entziehen, beispielsweise pH-neutrale Seifen
  • Stellen Sie den Schutzfilm der Haut wieder her, indem Sie harnstoffhaltige Salben (Urea) verwenden: Urea ist ein Inhaltsstoff, welches die Feuchtigkeit bindet (Produkte mit vier bis zehn Prozent Harnstoff ist sinnvoll)
  • Verwenden Sie Hautöle und fettreiche Kälteschutzcremes auf einer Wasser-in-Öl-Basis: Eine dünne Isolations-und Schutzschicht wird auf der Haut gebildet, die durch den hohen Fettanteil abhält und eine übermäßige Verdunstung der Hautfeuchtigkeit verhindert
  • Verzichten Sie auf parfümierte und alkoholhaltige Produkte, die die Haut reizen können
  • Hautprodukte, die als Allergiker freundlich oder für Kleinkinder geeignet sind, können bedenkenlos verwendet werden
  • Für rissige Hände empfiehlt es sich, Fettcremes aufzutragen und diese über Nacht in Baumwollhandschuhen optimal einwirken zu lassen

Der erste Vorsitzende des Deutschen Neurodermitis Bundes e.V. (DNB) äußert sich dazu im Folgenden: „Alle Hauttypen leiden im Winter, da wir uns meist in geheizten Räumen aufhalten, die der Haut Feuchtigkeit entziehen. Dadurch ist die Haut öfter spröde und rissig und für alle Einflüsse von außen sehr anfällig. Besonders leiden in diesem Zusammenhang ältere Menschen, deren Haut sowieso schon feuchtigkeitsarm und entfettet ist. Kinderhaut ist auch extrem empfindlich, da die Haut in den ersten Jahren noch nicht voll entwickelt ist“.

Aus diesem Grund sollten auch Hautgesunde, die zur winterlichen Jahreszeit einen Unterschied spüren, unbedingt Gebrauch von den oben genannten Winterpflegetipps machen, um Hautschäden vorzubeugen.

Gesunderhaltung der Haut von innen

Neben der Hautpflege von außen kann Hautpflege bereits von innen stattfinden und ist gerade zur kalten Winterzeit zu empfehlen: die tägliche Zufuhr von mindestens zwei Liter Wasser sowie Früchte-und Kräutertees versorgt die Haut mit Feuchtigkeit. Darauf zu achten ist, dass die Getränke kalorienarm sowie koffeinfrei sind.

Auch gesunde Nahrungsmittel gewinnen an Bedeutung, denn frisches Obst und Gemüse liefern der Haut Vitamine, Spurenelemente und Feuchtigkeit. Einige Lebensmitteln wie beispielsweise Kiwi, Zitrusfrüchte und Paprika versorgen den Körper mit Vitamin C, wodurch der Schutz der Haut vor schädlichen Umwelteinflüssen gestärkt wird.

Gut geschützt auf die Skipiste – UV Strahlung als Gefahr für die Haut

Winterzeit bedeutet Ski, Snowboard, -und Rodelzeit! Gerade in alpinen Höhen ist die Haut extremen Bedingungen ausgesetzt, die akute Sonnenbrände verursachen und langfristig Hautalterung und Hautkrebs begünstigen.

Obwohl die Sonnenwirkung durch Wind und Kälte kaum wahrgenommen wird, sollte ein hoher Lichtschutzfaktor gewählt werden, denn die Sonne brennt fast genauso stark wie in den anderen Jahreszeiten.

Die UV-A- und UV-B-Strahlung ist hier besonders gefährlich und sollte nicht unterschätzt werden, da diese in der dünneren Luft sowie durch die Reflexion im Schnee verstärkt werden. Ein sehr hoher Lichtschutzfaktor von mindestens 20 ist ratsam! Darüber hinaus ist folgendes zu beachten: Je höher und kälter es ist, desto höher sollte auch der Lichtschutzfaktor sein, da pro 1 000 Höhenmeter die UV-B Strahlung um etwa 15 Prozent zunimmt und die Reflektion die Einwirkung um 90 Prozent verstärken kann.

Folglich ist festzuhalten: Mit einem Aufenthalt in den schneebedeckten Alpen mutet man der Haut verglichen mit einem Sommerurlaub am Strand ebenso viel Sonne zu, weswegen man auch im Winter zur Sonnenschutzcreme greifen sollte.

Durch den Gebrauch von sowohl Pflege- als auch Sonnenschutzprodukten sollte der Winter einen Großteil seines Schreckens verlieren, sodass der Haut während des Aufhaltens im Freien und des Ausüben von Wintersport keine Gefahr mehr droht.