Was sind Nierensteine?

Harnsteine werden zum überwiegenden Teil in den Nieren und Harnleitern gefunden. Die Größe der
Steine variiert von weniger als einem Millimeter bis hin zu mehreren Zentimetern. Die Zusammensetzung und Häufigkeit der Steine hängt von den Ernährungsgewohnheiten, individuellen Verhaltensweisen und den klimatischen Verhältnissen ab. In Europa und den USA ist eine zunehmende Häufigkeit von Kalziumoxalat und Harnsäuresteinen festzustellen. Zur Steinbildung tragen verschiedene mineralische Substanzen bei. Den größten Anteil der Harnsteine stellen mit ungefähr 70 Prozent die Kalziumoxalatsteine. Die Häufigkeit von Harnsäuresteinen wird in unseren Breiten mit 15 Prozent angegeben.1 Weniger oft werden Magnesium-Ammonium-Phosphat-Steine und die vergleichsweise seltenen Zystin- und Xanthinsteine gefunden.

Wie kommt es zu einer Nierenkolik?

Nierenkoliken sind die direkte Folge von Nierensteinen. Löst sich ein Stein, wird er mit dem Urin in die Harnleiter transportiert. Verklemmt sich ein Harnstein aufgrund seiner Größe oder an einer der Engstellen im Harnleiter, kommt es zu einem plötzlichen Verschluss der Harnwege. Hormonelle Mechanismen führen in der Folge zu einer vermehrten Harnausscheidung, was den Druck auf die Wand der Harnleiter und im Nierenbecken erhöht. Die umliegende Muskulatur verspannt sich und führt zu den für die Nierenkolik typischen krampfartigen Schmerzen.

Welche Anzeichen deuten auf Nierensteine hin?

Solange die Harnsteine in den Nieren verbleiben, verursachen sie in der Regel keine Beschwerden. Steine mit einer Größe von weniger als zwei Millimeter werden vom Patienten meist unbemerkt über den Urin ausgeschieden. Lediglich ein kurzer stechender Schmerz kann den Abgang der Harnsteine begleiten. Größere Steine hingegen können zu teils erheblichen Beschwerden führen. Manche Steine sind in der Lage aufgrund ihrer kristallinen Struktur die Innenseite der Harnwege und der Blase zu verletzen. Je nach Intensität der Verletzungen kommt es zu Blutungen unterschiedlicher Ausprägung. Größere Verletzungen werden vom Patienten durch eine Rotfärbung des Urins wahrgenommen. Eine solche Makrohämaturie sollte von einem Arzt abgeklärt werden. Meist bleibt es jedoch bei einer nicht sichtbaren Beimengung von Blut im Urin (Mikrohämaturie). Verklemmt sich ein Stein im Harnleiter, wird der weitere Abfluss des Urins blockiert. Der Harn staut sich in diesem Fall auf und führt zu den, für eine Nierenkolik typischen Beschwerden.

Wie macht sich eine Nierenkolik bemerkbar?

Als Leitsymptom gilt ein anfallsweise wehen-artiger Schmerz, welcher in seiner extremen Auswirkung als Vernichtungsschmerz wahrgenommen wird. Der Schmerz tritt unvermittelt ein und verläuft charakteristischerweise wellenförmig. Betroffen ist im Wesentlichen die Flanke der erkrankten Niere. Je nach Lage des Steines können die Schmerzen in den Rücken, die Oberschenkel oder in den Genitalbereich ausstrahlen. Die Koliken können von wenigen Minuten bis hin zu Stunden andauern. Die Patienten wirken unruhig und rastlos und erfahren in keiner Position eine echte Linderung. Begleitet wird der Schmerz häufig von Übelkeit und Erbrechen. Fieber und Schüttelfrost, Brennen beim Wasserlassen sowie ein Harnverhalt sind Anzeichen einer zusätzlichen Harnwegsinfektion. Eine Makrohämaturie ist bei einer Nierenkolik jedoch nur bei 25 Prozent der Patienten anzutreffen. 

Im Labor weißen rote Blutkörperchen auf Blut im Urin hin. Das Vorhandensein weißer Blutkörperchen sowie ein erhöhtes C-reaktives Protein (CRP) sind Zeichen einer Entzündungsreaktion. Ein erhöhtes Kreatinin sowie Harnstoff geben einen Hinweis auf eine mögliche Nierenschädigung.

Wohlstand und ungesunde Ernährung als Ursache von Nierensteinen

Ursächlich für die Ausbildung von Harnsteinen ist eine Übersättigung des Urins mit bestimmten Substanzen, welche in der Folge auskristallisieren.

Kalorienreiche Mahlzeiten bei gleichzeitigem Bewegungsmangel gehören zu den wesentlichen Gründen in der westlichen Welt. Diese Verhaltensweisen haben das Harnsteinleiden zu einer Volkskrankheit werden lassen. Bereits Hildegard von Bingen beobachtete den Zusammenhang von üppiger Ernährung, dem Genuss von Wein und der Ausbildung von Harnsteinen. Die Folgen der ungesunden Ernährungsgewohnheiten schlagen sich in Übergewicht, Gicht oder der Zuckerkrankheit Diabetes nieder. Risikofaktoren für die Entstehung von Harnsteinen sind darüber hinaus eine vorliegende Störung der Nierenfunktion, häufige Harnwegsinfekte oder anatomische Besonderheiten der Nieren und Harnwege.

 

Flüssigkeitsmangel

Ein wichtiger Aspekt bei der Entstehung von Nierensteinen ist der Mangel an ausreichender Flüssigkeitszufuhr. Die Gründe hierfür können vielfältiger Natur sein. Betroffen davon sind nicht nur ältere Patienten. Stress im Berufsleben oder mangelnde Gelegenheit lassen die regelmäßige Zufuhr von Flüssigkeit manchmal schlicht vergessen. Vor allem bei hohen Temperaturen verliert der Körper durch starkes Schwitzen viel Wasser. Ebenso können chronische Erkrankungen, wie Diabetes insipidus oder Infektionskrankheiten einen Flüssigkeitsmangel zur Folge haben.

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